Digitalisierung SAPM

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Digitalisierung der SAPM Fische

Digitalisierungsstation  © Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie

Kamera Hardware & Software

Es gibt zwei Objektive für die Kamera. Bisher wurde für alle Fotos das Nikkor 60 Makro verwendet (auf dem Bild zu sehen). Bei Live View-Betrieb verbraucht die Kamera sehr viel Strom und kann innerhalb von 1.5h eine Batterie leeren, weshalb mindestens zwei Batteriepacks vorhanden sien sollten. Es empfielt sich, das zweite immer parallel aufzuladen.

Alle Fotos werden tethered (über den Computer gesteuert) gemacht. Verwendet wird dafür momentan ein Programm, das noch eine kostenlose Betaversion ist und dementsprechend auch noch viele Lücken/nichtimplementierte Features und ein paar Bugs hat. Es ließen sich damit problemlos 2200 Fotos schießen, die Website dazu ist http://www.remotedslrcontrol.com/. Es läuft auf Vista nicht gut, aber auf Win2000 und 7 problemlos. Es existiert quasi keine Dokumentation, ist aber größtenteils selbsterklärend.

Ein Pfad und eine Namensstruktur für neue Dateien lassen sich voreinstellen (configure file settings, unten rechts). Namensstruktur ist: SAPM-PI-[5-stellige Ziffer]. Das Programm beginnt bei 00000 und zählt hoch. Diese temporäre Nummer muss dann noch durch die eigentliche SAPM-Nummer ersetzt werden. Siehe weiter unten für ein Caveat bezüglich dieses Mechanismus. Alle Bilder sind derzeit auf der mobilen Festplatte gespeichert (Verzeichnis 'Diversity Fischfotos'), organisiert in (+/-) tägliche Verzeichnisse. Dort befindet sich auch 'Fotoliste.xslx': Excel-Tabelle aller Bilder mit Datum, Blende, Belichtungsabgleich, und täglicher Laufnummer. Es empfiehlt sich, den primären Schreibpfad für neue Bilder auf die lokale statt auf die externe Festplatte zu legen, sonst dauert das Schreiben recht lange (~20MB per Bild).

Arbeitsfluss

  • Kamera per USB anschließen und anschalten
  • Programm starten, Kamera als Quelle auswählen. Alle Aktionen (außer evtl. Fokusbereich) ab jetzt durch den Computer.
  • auf Live View schalten. Kamerahöhe einstellen; Präparat arrangieren; Blende wählen; Belichtungsabgleich wählen
  • Live View abschalten; Autofokus; Bild machen. Falls der Autofokus nicht will, evtl. Fokusbereich (Punkt/Punktmenge/Ganzbild) an der Kamera (Drehschalter) umstellen – meist auf Ganzbild
  • auf die Fotoliste umtabben und das Bild eintragen
  • am Ende des Tages/der zu fotografierenden Kastenmenge: die neuen Bilder im Windows Explorer durchgehen und die Dateien mittels der Laufnummer + Fotoliste so umbennen, dass die 5-stellige Nummer der korrekten SAPM-Nummer entspricht. Im Falle von mehreren Fotos, die zu einem einzelnen Präparate gehören, an die SAPM-Nummer ein „_1“, „_2“ etc anhängen. Neues Verzeichnis auf externer Festplatte erstellen und alle Bilder rüberheben.
  • Die Aufnahme eines Fotos dauert durchschnittlich 12,5 Minuten.

Verwendete Einstellungen

  • Resolution: 3184x2120 (6.7 Mpix), unkomprimierte TIFFs (das sollte von der Kamera aus voreingestellt sein)
  • ISO 640
  • Auto ISO: False
  • White Balance: Auto
  • Exposure Mode: Aperture Priority (i.e. eingestellte Blende wird beibehalten)
  • Aperture: je nach Präparat; f/32 bis f/20
  • Exposure Compensation: je nach Präparat; 0.0 bis -1.0

Notes

Fotos sollten im abgedunkelten Zimmer mit Standbeleuchtung gemacht werden, um Lichtverläufe vom Fenster her zu vermeiden.

Dunkelblaues Tonpapier als Unterlage, matte Glasscheibe auf Abstandshaltern (kleine Kästen) darüber. Die Lampen sollten nach außen leuchten, um Lichtreflexe zu veringern. Das Präparat wird direkt auf der Glasscheibe arrangiert.

Auf jedem Foto sollte eine Farbpalette und eine Skala vorhanden sein (beide groß oder beide klein).

Siehe die schon fertigen Fotos bezüglich sinnvoller Arrangements des Kasteninhalts. Alles, was in eigenen Tüten ist, sollte ausgelegt werden (aber eingepackt lassen); unverpackte Element im Kasten lassen und dort ein bisschen auf gute Sicht verteilen, außer sie sind übereinander gestapelt, wie bei den großen Brocken (Zackenbarsch etc.) gern der Fall. Wenn Raum ist, kann man oft gut den Schädel noch speziell außerhalb des Kastens platzieren. Grundsätzlich sollte das Bild gut ausgefüllt bzw. so nah wie sinnvoll gezoomt sein, aber wenn Du gerade eine Serie von Kästen eines Typs durchfotografierst und einer hat mal weniger verteilbaren Inhalt, macht es wohl mehr Sinn, ein bisschen Freiraum auf dem Bild zu lassen, als Kameraabstand, Fokus und Paletten/Skalen-Position für ein Einzelstück zu verändern. Sehr große Präparate müssen auf mehrere Fotos verteilt werden. Rote Kästen und meist auch die extratiefen trennerlosen Klarsichkästen ganz ausräumen und Kästen nicht mit aufs Bild nehmen.

Folgende Tabelle enthält erprobte Kamerahöhen für die einzelnen Kastengrößen, sowie verwendeten Paletten/Skalentyp und Blende (siehe dazu unten).

Kasten Kamerahöhe Blende Palette/Skala
Extra große Einzelteile (aus extratiefen trennerlosen Kästen und roten Kisten) und tiefe Kästen mit Trennrippen bis zu ~80cm (bei weiterem Abstand kommt der Rand der Unterlage ins Blickfeld) f/32 groß
Gross 9 Fächer ~75cm f/29 groß
Mittel 6 Fächer ~63cm f/25 groß
Klein 4 Fächer ~38cm f/22 klein
Mini Multi-Fach oder trennerlos (das wäre auch die Größe von Otolithen-Kästen) ~30cm f/20 klein

Die Blende ist ein Kompromiss zwischen Lichtstärke und Tiefenschärfe. Im Falle von komplett ausgräumten Präparaten (kein Kasten im Bild) empfiehlt sich eine niedrigere Blende, weil alle Objekte flacher sind – meist /25 oder /22. Für ausgeräumte Extrembrocken wie 20cm hohe Tüten voller Wirbel etc. dann dementsprechend Blende auf /32 hochstellen.

Je nach Farbgebung des Präparats muss auch eine Lichtkompensation (exposure compensation) gewählt werden, da die Fotos sonst auf lichtstärkeren (ie.e. moderneren) Bildschirmen überhellt und schwer auszumachen sind. Dunkle oder gelbliche Präparate lassen sich ohne (0.0) fotografieren, wenn Schuppen, helle Knochen, oder sehr volle und deshalb spiegelnde Tüten dabei sind, empfiehlt sich -0.3 oder -0.7, und bei weißen Knochen -1.0.

Mögliche Probleme

  • Bei jedem Neustart des Programms fängt die Ziffernvergabe im Dateinamen wieder bei 00000 an und überschreibt schon im Verzeichnis vorhandene Dateien gleichen Namens ohne Warnung. Es ist daher empfehlenswert, eine Reihe von numerierten Temporär-Verzeichnissen anzulegen und nach jedem Programmstop die gerade produzierten Bilder in das nächste Verzeichnis in Reihe zu verschieben.
  • Programmstops/Neustarts ergeben sich durch Batteriewechsel (entweder geplant oder wenn sie plötzlich leer ist). Wenn die Kamera ausgeschaltet wird oder ihr der Strom versagt, besteht eine ca. 50% Chance, dass das Programm sich aufhängt, in welchem Fall Neustart und → siehe vorheriger Punkt.

Kontaktperson

Florian Weller

Die Seite dokumentiert den Stand 2012-2013.